... oder warum wird immer noch (zuerst) am Test gespart?

Die 10er-Regel der Qualitätssicherung sagt aus, daß die Kosten der Fehlerbehebung in jeder Phase um den Faktor 10 steigen.

Wendet man diese Regel vereinfacht auf die Softwareentwicklung an, kostet die Fehlerkorrektur in der Konzeptionsphase 10 Mal weniger als in der Umsetzungsphase und gefundene Fehler in dieser Phase kosten wiederum 10 mal weniger als nach der Produktivsetzung.

Je eher also ein Fehler gefunden wird, desto geringer sind die Kosten für die Fehlerbeseitigung.

 

Die Logik der o.g. Regel belegt damit eindeutig, warum in Softwareprojekten getestet werden MUSS, bevor die Software an den Kunden ausgeliefert wird:

Angenommen, in einem Softwareentwicklungsprojekt wird im Integrationstest ein Fehler gefunden, dessen Beseitigung 1.000 € kostet. Würde der Fehler beim Kunden gefunden, würde er der 10er-Regel nach schon 10.000 € kosten. Geht man nun davon aus, dass die Kosten für die Fehlerfindung bei ca. 500 € lagen, hätte sich die Investition in den Test mehr als gerechnet.

 

Angesichts dieser Erfahrungswerte aus der Qualitätssicherung stellt sich die Frage, warum immer noch zuerst und meist nach dem Gießkannenprinzip am Softwaretest gespart wird. Vielmehr wäre es doch sinnvoll, die Einsparungen nach konkreten Fakten vorzunehmen:

Solange sich die Investition in den Softwaretest lohnt, d.h. solange die Behebung eines Fehlers in der Folgephase teurer ist als dessen Fehlersuche und -behebung in der aktuellen Phase, ist das Sparen betriebswirtschaftlicher Unfug!

 

Der verantwortliche Testmanager oder Projektleiter sollte diese Zahlen bereit halten. Sonst fehlen ihm bei der nächsten Rotstiftrunde die Argumente ...

 

 

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